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522 ALTENHEIM MIT KIRCHE IN CHINA

522 ALTENHEIM MIT KIRCHE IN CHINA

Titel:                      Eine Arche nach der Flut

Bauvorhaben    Neubau eines Altersheimes mit Kirche

Ort:                        Provinz Jilin / China

Bauherren:         Missionsbenediktiner von St. Ottilien

Planungsjahr:    2011

Bauweise:           Stahlbetonwand mit Vollwärmeschutz

Energetischer Standard: EH40

 

Schwere Regenfälle im Jahr 2010 in der Provinz Jilin führten dazu, dass in den Hängen gelegene große Fischteiche überflutet wurden. Das Wasser floss in tiefergelegene Teiche und so setzte sich eine Kettenreaktion in Gang, in deren Folge große Gebiete überflutet wurden und viele Menschen den Tod fanden. So wurde auch das von den Missionsbenediktinern geführte kleine Altersheim so schwer beschädigt, dass es abgerissen werden musste. Man entschloss sich, das neue Altersheim größer und besser wieder aufzubauen und legte dabei hohe Maßstäbe an die energetische Qualität des Gebäudes. Energiesparendes Bauen war bisher kein großes Thema in China, was zählte war der schnelle Bau von möglichst vielen preisgünstigen Wohnungen. In der Expo 2010 in Shanghai wurde der Öffentlichkeit das „Hamburg Haus“ als Chinas erstes Passivhaus einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. China verfügt über gewaltige Kohlevorkommen und gilt mit 11,2 Millionen Tonnen als mit Abstand größter Verursacher beim CO2-Ausstoß. Mit großer Freude erfuhren wir, dass unser Vorschlag, das neue Gebäude als Passivhaus-Standard zu bauen, auf großes Interesse stieß und realisiert werden sollte. Bei der Planung ließen wir uns vom traditionellen chinesischen Haus leiten, das von einer schützenden Mauer umgeben ist und den Garten nach innen verlegt. Das schräg nach oben gerichtete Kreuz der Kirche deutet symbolisch einen Schiffsrumpf an, der sich wie die Arche Noah den Fluten entgegenstellt und so zum Zeichen für Hoffnung und neues Leben wird. Nach einem Jahr Bauzeit konnte das neue Gebäude am 21. März 2014 feierlich eingeweiht werden. Das Altersheim bietet nun Platz für rund 100 Senioren. Auf dem Areal entstand auch ein Sozialtrakt mit einem kleinen Kloster, dessen Ordensleute das Heim führen. Zahlreiche hohe Gäste nahmen an der Einweihung teil: Prälat Krämer von Missio Aachen und P. Welling SVD vom China-Zentrum St. Augustin. Der Erzbischof Pei von Shenyang weihte die Kirche des Heims ein, das auch für die Christen der Region Versammlungs- und Gebetsort sein wird. In seiner Predigt betonte er, dass christlicher Glaube auch zur Nächstenliebe drängt. Im Bereich der Altenbetreuung steht China vor gewaltigen Herausforderungen, die durch die Ein-Kind-Politik noch verschärft werden.

Kategorie:

Sakrales

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